Genealogie der Familie Friemann - Langendreer

Genealogie der Bauernfamilie Friemann
aus Bochum-Langendreer

Die Familie Friemann aus Langendreer (heute Bochum-Langendreer) läßt sich lückenlos bis ins 17. Jahrhundert belegen. Anhand von Einzelurkunden lassen sich jedoch Namensträger bis ins 13. Jahrhundert und vorher nachweisen.

Friemannhof Langendreer, ca. 1900
Der Friemann-Hof in Bochum-Langendreer, um 1900
links das Wohnhaus, rechts der heute ebenfalls zum Wohnhaus umgebaute Kuhstall

Der Friemann-Hof in Langendreer wurde, nachdem die zugehörigen Ländereien vom Opel-Werk in Bochum-Langendreer geschluckt wurden, an die Stadt Bochum verkauft und sollte abgerissen werden. Heute stehen vom Hof noch das Wohngebäude und der ehemalige Stall.

Neben dem Friemann-Hof in Langendreer gibt es noch eine gleichnamige Familie auf dem Friemann-Hof in Altenbochum. Mitglieder beider Familien erscheinen auf Urkunden der mittelalterlichen Feme-Gerichte als Freischöffen bzw. Freigrafen.

Direkte Verbindungen der beiden Friemann-Familien haben sich bisher nicht nachweisen, jedoch läßt das Vorhandensein des sechsstrahligen Sterns in beiden Siegeln auf eine gemeinsame Abstammung schließen. Derselbe Stern tritt auch bei einigen weiteren Familien, die z.T. ebenfalls als "Friemann" bezeichnet werden, auf.

nach: Heinrich Friemann, Bochum (Linie Altenbochum) in einem Aufsatz im Stadtarchiv Bochum - Sammlung Friemann Nr. 85)

Die Verbindungen zu den Femegerichten beweist, daß beide Familien das ganze Mittelalter hindurch ihre Freiheit als freie Bauern bewahren konnten. Nichts anderes bedeutet ja auch der Familienname Friemann = "Freier Mann".

Das oben abgebildete Wappen stammt von dem Freigrafen Johan Vrymann aus Langendreer (um 1450).

Vor der Zeit der Kirchenbücher

Erstmalig erwähnt wird Langendreer um 880 in der 'Werdener Urbare', einem schriftlichen Verzeichnis der Einkünfte der Benediktiner-Abtei Werden. Neben anderen Einträgen aus der Bochumer und Dortmunder Gegend findet sich hier ein lib. radmund, also ein Freier namens Radmund in treiri, dem heutigen Langendreer.

Nach Walter Braemer saß dieser Radmund wahrscheinlich auf dem späteren Friemannshof. Laut Clemens Kreuzer spricht für diese Ansicht, daß der Friemannshof der einzige Vollhof in Langendreer war, der noch im späten Mittelalter im Besitz eines Freien war und der Hof der Gestalt seiner Grundfläche nach einer der Urhöfe Langendreers sein dürfte.

Um 1255 werden Thidericus und Everhardus de Drire, als liberis imperii, also Reichsfreie, als Standgenossen des Langendreerer Freistuhls erwähnt. Zwischen 1357 und 1380 werden dann in den Urkunden der Freigerichte Evert und Wynemar Vryman als Zeugen bzw. Schöffen erwähnt. Zwischen 1391 und 1444 wird Johan Vryman der Alte zu Dreyre in mehreren Urkunden der Freistühle von Brünninghausen, Oespel, Herbede und Herdecke als Freischöffe, Standgenosse und Zeuge genannt.

Ab 1439 wird neben Johan Vryman dem Alten auch sein Sohn, Johan Fryman der Junge als Freischöffe genannt. Dieser wird am 11. Januar 1453 durch den Erzbischof Dietrich von Köln, Herzog zu Westfalen und Statthalter des Kaisers für die westfälischen Vemegerichte zum Freigrafen ernannt und mit den Freistühlen der Krummen Grafschaft belehnt. Dieses Amt hatte er bis zum Jahre 1471 inne. Wenn er auch im Jahr 1456 seines Amtes offiziell enthoben wurde, fordert er doch schon ein halbes Jahr später einige Bürger der Reichsstadt Nürnberg auf, vor seinem Gericht zu erscheinen.

Walter Braemer zitiert in der unten angeführten Arbeit mehr als 70 Urkunden, die von den Aktivitäten des Freigrafen Johan Fryman zeugen.

In den Urkunden der Freigerichte der Krummen Grafschaft wird 1540 und 1566 wieder ein Freischöffe Johan Fryman genannt, jedoch haben die Freigerichte zu dieser Zeit wohl nur noch lokale Bedeutung. Die letzte Erwähnung der Krummen Grafschaft erfolgte dann auch im Jahr 1566.

Im Schatzbuch der Mark von 1486 wird als Besitzer des Friemannshofes Berthold Vrymann, in den Türkensteuerlisten von 1542 und 1598 Johann Frymann bzw. Johann Freiman genannt.

Ab Eberhard Friemann, gest. nach 1673, läßt sich die Familie Friemann dann lückenlos aus den Kirchenbüchern nachweisen.

Quellen:

Die Basis dieser Web-Seite wurde erstellt am 4. Januar 2003 von Personal Ancestral File,
einem Produkt der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.